Belastungsinkontinenz bei Männern ist schwieriger zu beheben

Anders als bei Frauen tritt die Belastungsinkontinenz bei Männern seltener auf. Warum das so ist, erklärt Dr. Charvalakis, niedergelassener Urologe aus Montabaur.

Das ist eine Frage der Anatomie“, sagt der Urologe aus Montabaur. “Beim Mann wird die Blase durch die lange Harnröhre und die davor liegende Prostata geschützt. Seine Harnröhre ist etwa 5-mal länger als bei der Frau.” Man könne sich das rein physikalisch vorstellen: Ist ein Gartenschlauch einen halben Meter lang, dann tritt das Wasser schnell aus, ist er fünf Meter lang, lässt sich der Wasseraustritt besser kontrollieren.

Aber auch Männer können infolge einer Schließmuskelverletzung nach einer Operation unter einer Belastungsinkontinenz leiden. Die operativen Methoden sind dann etwas komplizierter als bei Frauen. “Solange der Schließmuskel nur leicht verletzt wurde, kann auch hier — ähnlich wie bei Frauen — mit speziellen, für den Körper gut verträglichen Bändern Abhilfe geschaffen werden. Sie heben die Harnröhre ein bisschen an und unterstützen den Schließmuskel“, sagt der Experte.

Ist die Verletzung schwerwiegender, muss ein künstlicher Schließmuskel eingepflanzt werden. Das ist eine größere, recht komplexe Operation. Es wird ein kommunizierendes Röhrensystem eingepflanzt. Über das kann der Mann später seine Blasenfunktion von außen über einen Schlauch, der um die Harnröhre gelegt wird, steuern. Bei Aktivierung durch den Patienten wird die Harnröhre geöffnet oder verschlossen.”

Sollte diese Operation nicht oder nicht mehr möglich sein, gibt es noch die Möglichkeit, in einer Spezialklinik die Blase komplett stillzulegen und die Harnleiter aus dem Bauch über ein Darmstück umzuleiten.

Für weitere Informationen über Belastungsinkontinenz bei Männern und Behandlungsmethoden, besuchen Sie die Andrologie-Seite der Urologischen Privatpraxis Dr. med. Charvalakis